Fliegenfischen
Winfried Kellermann

Ich heiße Winfried Kellermann und wurde 1958  geboren. 

Das Fliegenfischen hatte ich nie ernsthaft auf dem Plan, bis ich es satt hatte, an der Zanderrute selbstgekauftes Federvieh und Haarbündel mit Wasserkugel oder irgendwie beschwertem Seitenarm vermeintlich in Richtung lebender Fische in große Flüsse zu werfen. Rein zufällig hatte ich zu gleicher Zeit etwas Urlaub und einen Tourismusprospekt der Fränkischen Schweiz 2003 zur Hand, in dem ich eine Anzeige der Fliegenfischerschule Hammermühle fand. Das kann ich ja mal ausprobieren, dachte ich. Und, dass es obendrein eine schöne Gegend zum Wandern sei mit allerlei kulinarischen Genüssen. So kam, was kommen musste und ich besuchte im Juni 2004 das schöne Städtchen Waischenfeld, um dort auch an einem Anfängerkurs im Fliegenfischen teilzunehmen. Sie ahnen es bereits – dem ersten Kurs folgte ein zweiter im Oktober und aus dem Samenkorn ist inzwischen eine prächtige Pflanze gewachsen. Waischenfeld, die Wiesent und die Fränkische Schweiz sind zur zweiten Heimat für mich geworden. Viele Stunden und Tage habe ich hier nicht nur mit der Fliegenrute fischend verbracht, sondern mindestens genauso viele auch kreuz und quer in Wanderschuhen und mit Fernglas, Fotoapparat, Notizblock, Lupe und Küchensieb als Beobachter des Lebens im und am Fluss.

Ich bin einfach sehr gern draußen am Wasser und im Wald, in geselliger Runde oder sitze am Bindestock. Und genau wie im bisherigen beruflichen Leben macht es mir beim Fischen Freude, meine Erfahrungen weiter zu geben und Erfolg sowie Begeisterung als Begleiter immer wieder neu zu erleben. Deshalb fiel es mir leicht, ja zu sagen, als mich Manfred Hermann im Sommer 2015 fragte, ob die Weiterführung der Fliegenfischerschule nichts für mich sei. Manfred Hermann führte die seit 1979 existierende Fliegenfischerschule mit Begeisterung seit 2001, nachdem Heinz Weiland ihre Geschicke in seine Hände legte. Von Manfred ihm lernte ich ab 2004 das Fliegenfischen. „Hinten hoch!“, „zuck—zuck!“, „Du machst ja Überstunden, 14 Uhr ist Feierabend“ - ich habe seine Kommentare meiner Wurfübungen noch immer in den Ohren. Er brachte mir aber nicht nur geduldig das Werfen bei, sondern auch all die anderen Dinge, die das Werfen zum Fischen machen.

So begann es


Sicher ist die Wurftechnik das Fundament des Fliegenfischens, doch eine Schnur weit zu werfen fängt keinen Fisch. Es kommt eben darauf an, wie ich meinen Köder präsentiere und dass der Fisch, den ich anwerfe, an seinem Platz bleibt, wenn sich die Schnur auf dem Wasser ablegt und die Fliege einschwebt. Nicht alles, was man werfen kann, taugt auch zum Fischen. Deshalb habe ich das Sortiment an Ausrüstung und Zubehör in meinem Laden so gestaltet, dass es einerseits diesem Ziel dient und andererseits aus Komponenten besteht, die Einsteigern und Fortgeschrittenen das Leben leichter machen, sie in ihrem Lernprozess unterstützen und eine entspannte Fischerei ermöglichen. Kompromisse gehe ich hier nicht ein.

Nun hoffe ich, dass ich Ihnen nicht mit dem letzten Satz die Laune verderbe, doch Erfolg und Freude hängen auch beim Fliegenfischen langfristig nicht nur von guter oder weniger guter Ausbildung ab, sondern vor allem von der Bereitschaft zum Üben und Lernen auch nach den Kursen.
Bleiben Sie immer schön neugierig!

Ich freue mich darauf, Sie kennen zu lernen

Winfried Kellermann